Kinderzuschlag 2021 – Anspruch – Antrag – Berechnung

Kinder spielen auf Boden vor Sofa mit Eltern
Kinderzuschlag – Finanzielle Hilfe speziell für Kinder

Beim Kinderzuschlag (KiZ) handelt es sich um eine zusätzliche Leistung zum Kindergeld, weshalb diese Leistung umgangssprachlich auch als Kindergeldzuschlag bekannt ist und seine gesetzliche Grundlage im § 6a Bundeskindergelgesetz (BKGG) findet. Das Einzige was aber Kindergeld und Kinderzuschlag gemeinsam haben ist, dass beide Leistungen von den Familienkassen verwaltet und ausgezahlt werden – und unbedingt ein Anspruch auf Kindergeld für die Kinder im Haushalt bestehen muss, die beim Antrag auf Kinderzuschlag berücksichtigt werden.

Ursprünglich wurde der Kinderzuschlag zusammen mit den Hartz IV Gesetzen ins Leben gerufen, um Eltern bzw. Erziehungsberechtigte vor der Situation zu bewahren, Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen zu müssen. Dieser Zweck ist dann erfüllt, wenn das eigene Einkommen zusammen mit dem ausgezahlten Kinderzuschlag sowie evtl Wohngeld ausreicht, um den gesamten Lebensbedarf der Familie zu decken.

Erleichterter Zugang aufgrund Corona-Pandemie

Bis zum 31.12.2022 gilt ein erleichterter Zugang zum Kinderzuschlag nach § 6a Abs. 1a BKGG, der als Übergangsregelung aufgrund der Corona-Pandemie eingeführt wurde. Diese temporäre Regelung ermöglicht auch einen Antrag auf Kinderzuschlag, wenn der errechnete Bedarf mit Einkommen sowie Kinderzuschlag und Wohngeld lediglich um 100 Euro unterschritten würde.

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Zum 01.01.2021 ist der Höchstbetrag für den Kinderzuschlag um 20 Euro je Kind gestiegen. Damit können pro Kind maximal 205 Euro Kinderzuschlag ausgezahlt werden (185 Euro bis 31.12.2020).

Der Kinderzuschlag wird für jedes Kind einzeln berechnet und an die Person ausgezahlt, die auch das Kindergeld erhält. Dabei erfolgt die Auszahlung des Kinderzuschlags beim Anspruch mehrerer Kinder über einen Gesamtbetrag in einer Summe.

Wer hat Anspruch auf Kinderzuschlag?

Kinderzuschlag können Elternpaare oder Alleinerziehende erhalten, wenn im Haushalt ein unverheiratetes Kind lebt, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und zudem für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung besteht, die den Bezug des Kindergeldes ausschließt. Die Leistungsgewährung ist also an die Anspruchsvoraussetzungen des Kindergeldes gekoppelt.

Einkommensgrenzen

Um überhaupt einen Anspruch auf den Kinderzuschlag zu haben, muss man für einen Zeitraum von 6 Monaten vor der Antragstellung über ein Mindesteinkommen aus eigenen Einkünften verfügen. Diese können bspw. aus Erwerbseinkommen oder auch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld etc. sein.

Die Mindesteinkommensgrenzen liegen bei

  • 900 Euro Brutto monatlich für Elternpaare
  • 600 Euro Brutto monatlich für Alleinerziehende.

Eine pauschale Höchsteinkommensgrenze gibt es seit 2020 nicht mehr. Stattdessen wird für jede Familie eine individuelle Höchsteinkommensgrenze ermittelt, bei der der Gesamtbedarf der Familie samt der Wohnkosten ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt wird. Wobei man hier auch nicht unbedingt von einer Grenze sprechen kann, da es sich lediglich um einen errechnen und dynamischen Betrag handelt, ab dem der Kinderzuschlag nicht mehr in voller Höhe sondern um das anrechenbare Einkommen gekürzt wird – und dies ggfls. auch auf 0,00 Euro,

Kein Anspruch bei ausschließlichen Sozialleistungen

Kinderzuschlag wird nicht gewährt, wenn die Eltern neben dem Kindergeld noch weitere Sozialleistungen, wie beispielsweise Sozialhilfe oder Hartz IV / Arbeitslosengeld II beziehen und sonst über kein eigenes Einkommen verfügen.

(siehe auch Einkommensgrenzen), damit einem Antrag auf Kinderzuschlag entsprochen werden kann. Die Höchsteinkommensgrenzen wurden zum 01.01.2020 abgeschafft, so dass Kinderzuschlag bei einem höheren Einkommen nicht mehr komplett weg fällt. Sollte das Kind bereits eigene Einkünfte haben, werden diese ebenfalls angerechnet.

Vermögen

Liegt das Vermögen von Antragsstellern oberhalb der Freibeträge wird es auf den Kinderzuschlag angerechnet und mindert den Anspruch entsprechend. Als anrechenbares Vermögen beim Kinderzuschlag gelten grundsätzlich alle verwertbaren Vermögensgegenstände, die zur finanziellen Sicherung des Unterhalts genutzt werden können

Die Bundesregierung hat die Vermögensprüfung beim Kinderzuschlag in der Corona-Krise vorübergehend zunächst bis zum 31.12.2021 erleichtert. Eltern müssen ihr Vermögen im Antrag auf den Kinderzuschlag nicht angeben, sofern es nicht erheblich ist. Erhebliches Vermögen liegt ab

  • 60.000 Euro für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied und
  • 30.000 Euro für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied

vor. Bei einem Elternpaar mit einem Kind würde es sich ab 120.000 Euro um erhebliches Vermögen handeln, welches sodann von der Familienkasse beim Antrag auf den Kinderzuschlag geprüft würde.

Kinderzuschlag Rechner

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Zusätzliche Leistungen für Schule – Bildungspaket

Darüber hinaus erhalten Eltern für jedes Kind, für das im August eines Jahres ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, jeweils (ohne gesonderten Antrag) ab dem 01.01.2021 154,50 Euro zusätzlich (150 Euro bis zum 31.12.2020) als Leistungen für die Schule ausgezahlt. Hierfür muss das Kind allerdings eine allgemeine oder berufsbildende Schule ohne Ausbildungsvergütung besuchen.

Darüber hinaus werden auch weitere Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (Bildungspaket) gezahlt, bspw. Für Mittagessen in Schule und Kindergarten, Klassenfahrten, Mitgliedsbeiträge für Vereine – alle Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes im Überblick: Bildungspaket

Die Höhe des Bildungs- und Teilhabepaketes soll ab 2021 regelmäßig angepasst werden.

Politischer Hintergrund

Der Kinderzuschlag wurde im Bundeskindergeldgesetz (BKGG) festgeschrieben und ist nach dem Gesetz her eine wichtige, familienpolitische Maßnahme die hilft, Eltern und Elternteile davor zu bewahren, wegen ihrer Kinder Hartz IV beantragen zu müssen.

Der Kinderzuschlag soll den Bedarf eines Kindes decken, wenn die Eltern mit ihrem Einkommen nach der bestehenden Berechnungsgrundlage, nur ihren eigenen Bedarf decken könnten. Ohne den Kinderzuschlag würde aber eine Versorgungslücke entstehen, die vom Gesetz her die Eltern berechtigen würde, Hartz IV / Arbeitslosengeld II zu beantragen.

Diese entstehende Lücke wurde mit der Verabschiedung des Kinderzuschlags geschlossen und erreicht nach Ministeriumsangaben bereits über eine Viertelmillion Kinder und bewahrt nachhaltig vor Armut. Zugleich plant die Regierung aber bereits nach rund drei Jahren Kinderzuschlag eine Reform der bestehenden Gesetzesvorlage, um noch mehr Familien und noch mehr Kinder erreichen zu können und Steuergelder dorthin zu vermitteln, wo sie gebraucht werden.

Zuletzt aktualisiert: 20.11.2021