Kinderzuschlag 2021 – Anspruch – Antrag – Berechnung

Kinder spielen auf Boden vor Sofa mit Eltern
Kinderzuschlag – Finanzielle Hilfe speziell für Kinder

Der Kinderzuschlag, der offiziell am 01.01.2005 zusammen mit den Hartz-Gesetzen eingeführt wurde,  ist eine Sozialleistung, die ähnlich dem Kindergeld von den Familienkassen gewährt, ausgezahlt und verwaltet wird. Der Kinderzuschlag soll Eltern vor Hartz IV schützen, die zwar selbst genügend Einkommen für sich zur Verfügung, aber nicht für die Kinder haben. Aus diesem Grund haben Hartz IV Bezieher auch keinen Anspruch auf Kinderzuschlag, da ihr Bedarf bereits durch die Regelleistungen gedeckt ist. 

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Pro Kind werden ab dem 01.01.2021 maximal 205 Euro (185 Euro bis 31.12.2020) Kinderzuschlag ausgezahlt. Bei mehreren Kindern erfolgt die Auszahlung über einen Gesamtbetrag. Der Kinderzuschlag wird für jedes Kind einzeln berechnet und an die Person ausgezahlt, die auch das Kindergeld erhält.

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Kinderzuschlag können Elternpaare oder Alleinerziehende erhalten, wenn im Haushalt ein unverheiratetes Kind lebt, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und zudem für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung besteht, die den Bezug des Kindergeldes ausschließt. Die Leistungsgewährung ist also an die Anspruchsvoraussetzungen des Kindergeldes gekoppelt.

Einkommensgrenzen

Das Einkommen der Eltern muss über einer bestimmten gesetzlichen Mindesteinkommensgrenze liegen (siehe auch Einkommensgrenzen), damit einem Antrag auf Kinderzuschlag entsprochen werden kann. Die Höchsteinkommensgrenzen wurden zum 01.01.2020 abgeschafft, so dass Kinderzuschlag bei einem höheren Einkommen nicht mehr komplett weg fällt. Sollte das Kind bereits eigene Einkünfte haben, werden diese ebenfalls angerechnet.

Vermögen

Liegt das Vermögen von Antragsstellern oberhalb der Freibeträge wird es auf den Kinderzuschlag angerechnet und mindert den Anspruch entsprechend. Als anrechenbares Vermögen beim Kinderzuschlag gelten grundsätzlich alle verwertbaren Vermögensgegenstände, die zur finanziellen Sicherung des Unterhalts genutzt werden können

Aktuelles vom 11.02.2021: Die Bundesregierung hat die Vermögensprüfung beim Kinderzuschlag in der Corona-Krise vorübergehend bis zum 31.12.2021 erleichtert. Eltern müssen ihr Vermögen im Antrag auf den Kinderzuschlag nicht angeben, sofern es nicht erheblich ist. Als erheblich gelten dabei:

  • 60.000 Euro für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied und
  • 30.000 Euro für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied

Kinderzuschlag Rechner

Mit dem Kinderzuschlag Rechner können Sie ihren Anspruch direkt online berechnen und benötigen dazu nur wenige Angaben zum Ihrem Haushalt, Einkommen sowie den Wohnkosten. Hier geht es zum Kinderzuschlag Rechner

Zusätzliche Leistungen für Schule – Bildungspaket

Darüber hinaus erhalten Eltern für jedes Kind, für das im August eines Jahres ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, jeweils (ohne gesonderten Antrag) ab dem 01.01.2021 154,50 Euro zusätzlich (150 Euro bis zum 31.12.2020) als Leistungen für die Schule ausgezahlt. Hierfür muss das Kind allerdings eine allgemeine oder berufsbildende Schule ohne Ausbildungsvergütung besuchen.

Darüber hinaus werden auch weitere Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (Bildungspaket) gezahlt, bspw. Für Mittagessen in Schule und Kindergarten, Klassenfahrten, Mitgliedsbeiträge für Vereine – alle Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes im Überblick: Bildungspaket

Die Höhe des Bildungs- und Teilhabepaketes soll ab 2021 regelmäßig angepasst werden.

Kein Anspruch bei ausschließlichen Sozialleistungen

Kinderzuschlag wird nicht gewährt, wenn die Eltern neben dem Kindergeld noch weitere Sozialleistungen, wie beispielsweise Sozialhilfe oder Hartz IV / Arbeitslosengeld II beziehen und sonst über kein eigenes Einkommen verfügen.

Politischer Hintergrund

Der Kinderzuschlag wurde im Bundeskindergeldgesetz (BKGG) festgeschrieben und ist nach dem Gesetz her eine wichtige, familienpolitische Maßnahme die hilft, Eltern und Elternteile davor zu bewahren, wegen ihrer Kinder Hartz IV beantragen zu müssen.

Der Kinderzuschlag soll den Bedarf eines Kindes decken, wenn die Eltern mit ihrem Einkommen nach der bestehenden Berechnungsgrundlage, nur ihren eigenen Bedarf decken könnten. Ohne den Kinderzuschlag würde aber eine Versorgungslücke entstehen, die vom Gesetz her die Eltern berechtigen würde, Hartz IV / Arbeitslosengeld II zu beantragen.

Diese entstehende Lücke wurde mit der Verabschiedung des Kinderzuschlags geschlossen und erreicht nach Ministeriumsangaben bereits über eine Viertelmillion Kinder und bewahrt nachhaltig vor Armut. Zugleich plant die Regierung aber bereits nach rund drei Jahren Kinderzuschlag eine Reform der bestehenden Gesetzesvorlage, um noch mehr Familien und noch mehr Kinder erreichen zu können und Steuergelder dorthin zu vermitteln, wo sie gebraucht werden.

Zuletzt aktualisiert: 11.02.2021