Kinderzuschlag 2020 – Anspruch – Antrag – Berechnung

Kinder spielen auf Boden vor Sofa mit Eltern
Kinderzuschlag – Finanzielle Hilfe speziell für Kinder

Der Kinderzuschlag, der offiziell am 01.01.2005 zusammen mit den Hartz-Gesetzen eingeführt wurde,  ist eine Sozialleistung, die ähnlich dem Kindergeld von den Familienkassen gewährt, ausgezahlt und verwaltet wird. Kinderzuschlag soll Eltern vor Hartz IV schützen, die zwar selbst genügend Einkommen für sich zur Verfügung, aber nicht für die Kinder haben. Aus diesem Grund haben Hartz IV Bezieher auch keinen Anspruch auf Kinderzuschlag, da ihr Bedarf bereits durch die Regelleistungen gedeckt ist. 

Notfall-Kinderzuschlag

Der Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ) ist einer Maßnahme der Regierung zur Corona-Krise. Dabei sind deutliche Erleichterungen beim Antragsprozess als beim bisherigen Kinderzuschlag für die Zeit vom 01.04.2020 bis 30.09.2020 beschlossen worden.

» Notfall Kinderzuschlag in Corona Krise

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Kinderzuschlag können Elternpaare oder Alleinerziehende erhalten, wenn im Haushalt ein unverheiratetes Kind lebt, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und zudem für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung besteht, die den Bezug des Kindergeldes ausschließt. Die Leistungsgewährung ist also an die Anspruchsvoraussetzungen des Kindergeldes gekoppelt.

Einkommensgrenzen

Das Einkommen der Eltern muss über einer bestimmten gesetzlichen Mindesteinkommensgrenze liegen (siehe auch Einkommensgrenzen), damit einem Antrag auf Kinderzuschlag entsprochen werden kann. Die Höchsteinkommensgrenzen wurden zum 01.01.2020 abgeschafft, so dass Kinderzuschlag bei einem höheren Einkommen nicht mehr komplett weg fällt. Sollte das Kind bereits eigene Einkünfte haben, werden diese ebenfalls angerechnet.

Kinderzuschlag Rechner

Mit dem Kinderzuschlag Rechner können Sie ihren Anspruch direkt online berechnen und benötigen dazu nur wenige Angaben zum Ihrem Haushalt, Einkommen sowie den Wohnkosten. Hier geht es zum Kinderzuschlag Rechner

Zusätzliche Leistungen für Schule – Bildungspaket

Darüberhinaus erhalten Eltern für jedes Kind, für das im August eines Jahres ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, jeweils (ohne gesonderten Antrag) seit dem 01.08.2019 150 Euro zusätzlich (100 Euro bis zum 30.06.2019) als Leistungen für die Schule ausgezahlt. Hierfür muss das Kind allerdings eine allgemeine oder berufsbildende Schule ohne Ausbildungsvergütung besuchen.

Darüber hinaus werden auch weitere Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (Bildungspaket) gezahlt, bspw. Für Mittagessen in Schule und Kindergarten, Klassenfahrten, Mitgliedsbeiträge für Vereine – alle Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes im Überblick: Bildungspaket

Die Höhe des Bildungs- und Teilhabepaketes soll ab 2021 regelmäßig angepasst werden.

Kein Anspruch bei ausschließlichen Sozialleistungen

Kinderzuschlag wird nicht gewährt, wenn die Eltern neben dem Kindergeld noch weitere Sozialleistungen, wie beispielsweise Sozialhilfe oder Hartz IV / Arbeitslosengeld II beziehen und sonst über kein eigenes Einkommen verfügen.

Politischer Hintergrund

Der Kinderzuschlag wurde im Bundeskindergeldgesetz (BKGG) festgeschrieben und ist nach dem Gesetz her eine wichtige, familienpolitische Maßnahme die hilft, Eltern und Elternteile davor zu bewahren, wegen ihrer Kinder Hartz IV beantragen zu müssen.

Der Kinderzuschlag soll den Bedarf eines Kindes decken, wenn die Eltern mit ihrem Einkommen nach der bestehenden Berechnungsgrundlage, nur ihren eigenen Bedarf decken könnten. Ohne den Kinderzuschlag würde aber eine Versorgungslücke entstehen, die vom Gesetz her die Eltern berechtigen würde, Hartz IV / Arbeitslosengeld II zu beantragen.

Diese entstehende Lücke wurde mit der Verabschiedung des Kinderzuschlags geschlossen und erreicht nach Ministeriumsangaben bereits über eine Viertelmillion Kinder und bewahrt nachhaltig vor Armut. Zugleich plant die Regierung aber bereits nach rund drei Jahren Kinderzuschlag eine Reform der bestehenden Gesetzesvorlage, um noch mehr Familien und noch mehr Kinder erreichen zu können und Steuergelder dorthin zu vermitteln, wo sie gebraucht werden.